Erzberg (Obersteiermark, in den Eisenerzer Alpen), 1466 m, auch
"Steirische Pyramide" genannt, der größte Erztagbau Mitteleuropas und die
größte Sideritlagerstätte (FeCO3) der Welt. Durch die Verwachsung von Siderit mit dem
eisenärmeren Ankerit schwankt der Eisengehalt zwischen 22 % und 40 %. Geologisch gehört
der Erzberg zur Grauwackenzone, die sich mit den Kalken und Schiefergesteinen aus dem
Erdaltertum von Niederösterreich bis Tirol erstreckt. Abbautätigkeiten im Bereich des
Erzbergs sind seit den Römern ("norisches Eisen", etwa Anfang 4. Jahrhundert n.
Chr.) bekannt, aus dem Jahr 712 existiert eine weitere Nachricht vom Erzabbau, die erste
urkundliche Nennung stammt aus 1171. Im 19. Jahrhundert erlebte der Erzberg einen großen
Aufschwung unter Erzherzog Johann. In Teilen des 1986 aufgelassenen Untertageabbaus wurde
mit 30 Erlebnisstationen, verteilt auf 4 km Stollen, in 2 Ebenen ein Schaubergwerk
eingerichtet. Derzeit (2000) wird von der VOEST-ALPINE Erzberg Ges. m. b. H. auf zirka 25
Etagen mit einer Höhe von je 24 m im Tagbau abgebaut. Der Lagerstätteninhalt beträgt
mit 2000 rund 140 Millionen Tonnen verwertbaren Siderit. Das Erz, rund 1,3 Millionen
Tonnen pro Jahr mit durchschnittlich 33,6 % Eisengehalt, wird, nachdem es vom tauben
Gestein getrennt ist, mit der Eisenbahn nach Linz und Donawitz zur Verhüttung
(VOEST-ALPINE STAHL AG) gebracht.
Geschichte
Spuren von Schmelzöfen dürften der Nachweis für eine frühe
Eisengewinnung im 3. Jahrhundert nach Christi (Römerzeit) sein.
Die erste urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahr 712 (für den Erzabbau). Im Mittelalter
wurde der obere Teil des Erzberges (Vordernberger Erzberg) und von Eisenerz aus der untere
Teil des Erzberges (Innerberg) abgebaut. Im 16. Jahrhundert mußte man infolge
Erschöpfung der oberflächlich liegenden Brauneisenschichten allmählich zum Grubenbau
übergehen. Das 19. Jahrhundert war geprägt von der Einführung damals moderner
Fördersysteme in Stollen und Schächten(Ersatz der Sackzugförderung).
Mit der Eröffnung der Erzbergbahn Eisenerz-Vordernberg im Jahre 1891 fällt auch der
Beginn der geregelten Etagenbildung im gesamten Bergbaugebiet zusammen, die 1907
abgeschlossen wurde (60 Etagen je 12m Höhe).
Die Höhe der Bruchwand (Abbau) erfordert für die Bohristen
oft riskante Gerüstaufbauten mit Leitern, die bergmännisch "Fahrten" hießen.
Der Bohrist schlägt (bohrt) die Löcher zum Füllen mit
Sprengstoff, die abgesprengten Erzbrocken werden vom "Koberer" zerschlagen und
vom "Füller" oder "Trögeler" in Hunte hineingeladen.
Beim händischen Abbau des Erzes wurde eine Arbeitsgruppe
"Pass" genannt. Männer und Frauen, aber auch Kinder arbeiteten ohne
Schutzbekleidung (Helm, Handschuhe, Gehörschutz ...) unter Anleitung eines
"Aufsehers".
Die weitere Modernisierung des Tagbaubetriebes - Übergang vom
Handabbau zum Baggerbetrieb - führte zur höchsten Verhauerzeugung im Jahre 1943 mit
knapp 14 Millionen Tonnen.
Nach der vorübergehenden Stilllegung im Jahr 1945 wurde mittels ERP-Hilfe die Produktion
durch den Bau von Aufbereitungsanlagen und die Mechanisierung der Grubenbetriebe und des
Tagbaubetriebes stetig gesteigert. In den 60er und 70er Jahren wurden die Weichen für
einen der modernsten Untertagebetriebe (Gleislosverkehr) und Tagbaubetriebe mit Großlader
und SLKW-Betrieb gestellt, wodurch eine kontinuierliche Produktivitätssteigerung gelang.
Der heutige Abbau erfolgt nur mehr im Tagbaubetrieb mit Radladern und
Schwerlastkraftwagen.
Tiefbohrgerät beim Bohren der
Sprenglöcher.
Von der Etage werden auf ca.80 Metern mit
12 Sprenglöchern 40.000 - 60.000 Tonnen Erz beziehungsweise Gestein abgesprengt.
Radlader CAT 992C mit 10m3 Schaufelinhalt
Für die notwendige Flexibilität bei der Qualitätssteuerung werden bei der Ladearbeit
Großlader der Typen CAT 992C und D sowie KOMATSU WA 800-3 eingesetzt. Die Radlader haben
ein Eigengewicht von 90 - 100 t und einen Schaufelinhalt von 10 - 12 m3. Die
durchschnittliche Ladeleistung in einer 8-Stundenschicht beträgt 5.000 t, wobei
Spitzenleistungen bis zu 1.000 t/Stunde erzielt werden.
SLKW CAT 777C mit 85 t Nutzlast
Die Förderung des Erzes und der Berge erfolgt mittels SLKW von 85-100 t Nutzlast. Die
SLKW werden im Drei-Schicht-Betrieb eingesetzt und sind für die Bergab-Förderung mit
neuester Technik (vollautomatischer Bremsretarder) ausgestattet. Die Förderleistung je
SLKW/Stunde beträgt aufgrund der langen Förderdistanzen rund 250 t, wobei jährlich ca.
1 Millionen Tonnen pro SLKW gefördert werden
Raddozzer CAT 824 für Straßen- und
Sturzerhaltung
Das Straßennetz am Steirischen Erzberg mit 40 km Länge muss sowohl für den Winter- als
auch für den Sommerbetrieb instandgehalten werden. Für die Straßenerhaltung und
Schneeräumung stehen Raddozzer CAT 824 sowie Straßenhobel CAT 16G zur Verfügung. In den
Sommermonaten werden für die Staubniederschlagung umgebaute SLKW mit Wassertanks mit ca.
50 m3 permanent eingesetzt.
Die Sage wie der Erzberg entdeckt wurde
In der Nähe des Leopoldsteinersees, hart neben der Straße, die von
Eisenerz nach Hieflau führt, ist ein kleiner Wassertümpel: die "Schwarze
Lack'n". Dort sahen die Leute vor vielen hundert Jahren öfter einen Wassermann.
Gewöhnlich war er in der Grotte hinter dem Tümpel, zuweilen aber stieg er an warmen
Tagen ans Ufer, um sich zu sonnen. Damals glaubte man, daß so ein Wassermann große
Schätze besitze, deshalb wollten ihn die Leute fangen. Er war aber sehr scheu und glatt
wie ein Fisch, mit bloßen Händen daher nicht zu halten, also griffen die Leute zu einer
List. Eines Morgens, es war ein warmer, sonniger Tag, stellten sie Braten und Wein ans
Ufer und legten Kleidungsstücke dazu, die sie vorher innen mit Pech bestrichen. Dann
versteckten sie sich und warteten. Nach einer Weile kam richtig der Wassermann aus der
Grotte heraus und besah sich neugierig die Sachen. Schließlich griff er begierig nach dem
Braten und trank den Wein aus. Dann zog er die Kleider an, tanzte eine Weile herum und
legt sich nieder. Der Wein übte seine Wirkung aus, und der Wassermann schlief fest ein.
Als dies die Leute sahen, stürzten sie sich auf den Schlafenden und banden ihn. Er wachte
auf, wehrte sich mit aller Macht, aber es half nichts. Sie führten ihn taleinwärts und
waren schon zu der Stelle gekommen, wo man zum ersten Male den Erzberg erblickt, hier
wollte der Wassermann nicht mehr weiter. Er tobte, jammerte und klagte und versprach
schließlich für seine Freilassung große Schätze. Das hörten die Leute gerne und
fragten gleich: Was willst du uns geben? - Und der Wassermann sprach:
Wählet selbst: einen goldenen Fuß, ein silbernes Herz oder einen eisernen Hut ! Das Gold
aber währt nur kurze Zeit, Das Silber nicht lange, Das Eisen jedoch ewig! Den Eisernen
Hut wollen wir haben, riefen die Leute. Nun zeigte der Wassermann auf den Erzberg und
sprach: - Seht, dort steht er, dieser Berg wird euch Eisen geben für immer ! - Jetzt aber
führt mich zurück in meine Grotte! Die Leute glaubten ihm, führten ihn zurück zur
Grotte und ließen ihn frei. Sogleich verschwand der Wassermann aber zeigte sich von nun
an nie wieder. Was er versprochen hatte, das erfüllte sich.