Seit dem Beitritt zur Europäischen Union (EU) (1995) hat
Österreich mit der Liberalisierung im Telekom- und Energiesektor, der Privatisierung von
Banken und Industrien tiefgreifende strukturelle Veränderungen vollzogen. Auch die
zahlreichen Unternehmenszusammenschlüsse über Österreichs Grenzen hinweg - wie etwa im
Lebensmittelsektor, im Handel, in der Bauwirtschaft, im Bankwesen - stellen ein relatives
Novum dar und verändern die traditionellen Strukturen. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt
(BIP) je Einwohner zählt Österreich zu einem der reichsten Staaten sowohl der EU als
auch der Welt.
Die Arbeitslosenquote in Österreich betrug im März 2001 6,4 % (Quelle: AMS). Der
durchschnittliche Brutto-Monatsverdienst eines unselbständig Erwerbstätigen belief sich
zuletzt auf 28.360 öS (1996: 28.200 öS).
Österreich gehört auf Grund des erreichten Konvergenzstatus zu jenen 11 EU-Ländern, die
mit Jahresbeginn 1999 in die Stufe 3 der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) eingetreten
sind. Seit diesem Zeitpunkt gelten Euro und Cent bereits neben Schilling und Groschen als
gesetzliche Zahlungsmittel. Es gibt aber noch kein Bargeld in der neuen Währung. Der Euro
kann jedoch schon als Buchgeld, also im bargeldlosen Zahlungsverkehr verwendet werden.Ein
Euro entspricht 13,7603 österreichische Schilling. Ab dem 1. Jänner 2002 wird der Euro
als Zahlungsmittel verwendet werden und ab dem 1. März 2002 alleiniges gesetzliches
Zahlungsmittel sein. Weitere Informationen zur Euro-Umstellung erfahren Sie auf
www.euro.gv.at.
Österreich ist ein hoch entwickeltes Industrieland mit einem bedeutenden
Dienstleistungsanteil. Wichtigste Industriezweige sind Maschinen- und Stahlbau, Chemie und
Fahrzeuge (vor allem die Motoren- und Getriebeproduktion). Bei elektronischer Technologie
hat sich Österreich insbesondere bei maßgeschneiderten Elektronikprodukten wie Chips und
integrierten Schaltkreisen (Entwicklung von Chips für: Airbag, ABS-Bremssysteme; Bauteile
für Airbus oder Super-Schnellzüge usw.) international einen Namen gemacht.
Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie waren jene Bereiche, die in den vergangenen
Jahren die größten Umstellungen durch den EU-Beitritt Österreichs zu bewältigen
hatten. Einkommensverlusten ist der Ausbau der Ausgleichszahlungen entgegengesetzt worden,
insbesondere beim Umweltprogramm ÖPUL.
Auf dem Sektor der Rohstoff- und Energiegewinnung verfügt die Alpenrepublik über reiche
Ressourcen, doch macht eine stetig expandierende Industrie in zunehmendem Maße
ergänzende Importe erforderlich. Dies gilt auch für Brennstoffe und Energieträger sowie
für die Elektrizitätswirtschaft. Österreich besitzt jedoch auch eigene Erdöl- und
Erdgasvorkommen. Das Wasserkraftpotenzial wird laufend effektiviert, neue Kraftwerke
entstehen jedoch kaum noch. Österreich ist das Wasserkraft-Land Nummer Eins in der
Europäischen Union.
Der Tourismus ist eine der wesentlichen Säulen der österreichischen Wirtschaft. 1999
wuchs der Umsatz im Tourismus und in der Freizeitwirtschaft auf 456,4 Mrd. S an (1998:
446,8 Mrd. S).
Als exportorientiertes Land entwickelte Österreich einen weit verzweigten und
hochdifferenzierten Außenhandel. Österreich treibt mit rund 150 Ländern Handel. Zwei
Drittel des Außenhandels werden mit den Ländern der Europäischen Union abgewickelt.
In den ersten Jahren nach dem Umbruch in Osteuropa kamen rund 40% der ausländischen
Direktinvestitionen in der Region aus Österreich. Der Höhepunkt dieser Entwicklung wurde
Anfang der Neunzigerjahre
erreicht. Seit 1989 haben sich die österreichischen Warenexporte in die mittel-und
osteuropäischen Länder auf 131,8 Mrd. ATS fast verdreifacht . Der Anteil des Osthandels
am österreichischen Gesamtexport betrug 1999 16,1 % (Quelle: BMWA/Wirtschaftsbericht
2000). Wichtigste Handelspartner waren Ungarn, Tschechien und Polen. Ein wichtiger Zweig
des österreichischen Außenhandels ist der Transithandel, verbunden mit der Vermittlung
von Ost-West-Geschäften.
In dem Maße, in dem sich Österreich auf weltpolitischem Gebiet zu einem Treffpunkt der
Nationen entwickelt - wovon zahlreiche Gipfelgespräche, Kongresse und Konferenzen Zeugnis
ablegen - wird das Land auch auf dem Transportsektor zu einem wichtigen Bindeglied
zwischen den Wirtschaftsräumen Europas. Wachsende Bedeutung kommt dabei dem europäischen
Energietransit, also der Beförderung von Erdöl, Erdgas und elektrischem Strom, durch
Österreich zu.
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